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Hai-Identifikation generell |
Wer kann die Hai-Art, von der diese Haiprodukte stammen, feststellen?

© Prof. M. J. Shivji / Innerspace Visions / Hai-Stiftung
Vor dieser Frage «was war das für eine Hai-Art» stehen sowohl Fischereifachleute als auch Zollinspekteure, wenn sie eine Ladung schon verarbeiteter Haie untersuchen. Oft können dann nicht einmal Haispezialisten diese Frage eindeutig beantworten.
Befürworter der Haifischerei argumentieren, dass die Fischer die gefangenen Haiarten nicht identifizieren können. Nur, wenn es um die Haiflossen geht, wissen die Fischer sehr genau, welche Flossen den besten Preis am Markt erzielen. Fischereiüberwacher und Zollinspektoren dagegen, die Fänge im Hafen oder an der Grenze kontrollieren müssen, sehen sich oft ausserstande, Flossen oder schon verarbeitete Haie eindeutig einer bestimmten Art zuzuordnen. Ihnen fehlen einfach zu handhabende Methoden zur Identifikation der Arten. Sie sind somit nur selten in der Lage, Fischern das Fangen von geschützten Haiarten nachzuweisen.
Solange die Fänge nicht eindeutig und rechtsgültig identifizierbar sind, können die Fischer weiter wahllos Haie fangen. Zudem können Richtlinien für die Fischerei und den Schutz bestimmter Haiarten erst erlassen werden, wenn bekannt ist, wo wieviele Individuen von einer bestimmten Haiart gefangen werden.
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Hai-Identifikations Projekt |
Im Labor von Prof. Mahmood Shivji an der Nova Southeastern Universität in Florida, ist man dem Problem der Hai-Identifikation nachgegangen. Ziel des Projektes ist, molekularbiologische, einfach zu handhabende Werkzeuge zu entwickeln, die es Zöllnern oder Fischerei-Überwachern ermöglichen, Haiarten schnell und einfach identifizieren zu können. Das Team von Prof. Shivji entwickelt molekularbiologische Tests, ähnlich dem Vaterschaftstest, die gewisse Haiarten anhand kleinster Gewebeproben identifizieren können. Bis heute wurden Tests für 16 häufig gefangene Haiarten entwickelt, unter ihnen auch die Weissen Haie (Carcharodon carcharias). Die Tests basieren auf der Analyse des Erbgutes (DNA), das für jede Art und jedes Lebewesen einzigartig ist.
Prof. Shivji setzt die Methoden momentan auf dem asiatischen Haiflossenmarkt in die Praxis um.

© Prof. M. J. Shivji / Hai-Stiftung
Abbildung: Mit Hilfe der Gelelektrophorese können viele Proben gleichzeitig untersucht werden.
Die Fischereiüberwacher und Zollinspektoren nehmen kleine Gewebeproben der Ladung und schicken sie an ein nahegelegenes Labor zur Untersuchung. Ein paar hundertstel Gramm reichen für eine derartige Untersuchung aus. Heute kann jedes Labor solche Routineuntersuchungen in kürzester Zeit durchführen.
Das Projekt zur Identifikation von Haien anhand kleinster Gewebeproben war 2003 prominent in den Medien vertreten. Speziell die Möglichkeit zur Identifikation von Weissen Haien war im Zusammenhang mit dem Schutz der Weissen Haie durch CITES ein grosser Schritt nach vorne. Prof. Shivji hat 2003 mit seiner Methode auch Untersuchungen an Hai-Flossen auf asiatischen Fischmärkten durchgeführt.
Publikationen
Die Stiftung teilfinanziert das Projekt seit Juni 2000 mit bisher: ca. 76'000 CHF
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