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Fiji: Bullenhai Wanderungen und ihre Kinderstube |
Für nahezu alle Haiarten fehlen biologische Daten, speziell über ihre exakten geographischen Verbreitungsgebiete, ihr Migrationsverhalten oder zuverlässige Zahlen zu Populationsgrössen. Dies trifft auch auf weitverbreitete, küstennah lebende Arten wie den Bullenhai (Carcharhinus leucas) zu.

© Klaus Jost / Hai-Stiftung
Abbildung: Bullenhaie (Carcharhinus leucas).
An Orten, an denen Bullenhaie auf regelmässiger Basis angetroffen werden können, haben Beobachtungen während der letzten Jahre gezeigt, dass erwachsene Individuen diese Gebiete im Frühling für zwei bis vier Monate verlassen und im Sommer zurückkehren. Wohin sie während dieser Zeit migrieren ist bislang unbekannt. Der Schluss liegt nahe, dass Bullenhaie während dieser Zeit ihre Reproduktionsgebiete/Kinderstuben aufsuchen.
Anfang 2003 wurde deshalb von einem internationalen Forscherteam in den bahamesischen Gewässern das Bullenhai Tagging Programm gestartet. Das Ziel dieses Programmes ist es, die Kinderstuben der Bullenhaie und die zu ihnen führenden Migrationsrouten zu finden. In einem zweiten Schritt sollen Konzepte zum Schutz dieser Gebiete zu erarbeitet werden.
Basierend auf den Erfahrungen und Resultaten des Bahama-Pilotprojektes wurden 2004 die Studie zum Migrationsverhalten der Bullenhaie auf den Fiji Inseln gestartet. Diverse Bullenhaie wurden für die Untersuchung mit Satellitensendern markiert. Die Sender lösen sich zu einem festgesetzten Zeitpunkt vom Hai und senden Daten über Wanderrouten, Tiefe, Temperaturen etc. an die Satelliten. Die Daten können dann mit spezifischen Computerprogrammen ausgewertet werden. In einer ersten Phase wurden drei Bullenhaie mit Satellitensendern ausgestattet, die sich Ende 2004 von den Haien lösen und an die Oberfläche treiben werden. Im Verlauf des Jahres 2004 wurden weitere Bullenhaie mit solchen Sendern ausgerüstet. Ende 2004 trafen die ersten Daten ein, die 2005 ausgewertet werden können.

© Klaus Jost / Hai-Stiftung
Abbildung: Vorbereitung der hoch komplexen Sender.
Gleichzeitig mit dem Anbringen der Sender wurden erste Schritte zur Implementierung von Schutzbestimmungen initiiert. Dabei handelt es sich um kleinere Riffabschnitte, wo regelmässig Bullenhaie gesichtet werden und die für die Fischerei nicht mehr zugänglich sind: siehe auch das Projekt der Hai-Stiftung Haischutz-Zone
Projektleiter Jürg Brunnschweiler
Die Stiftung teilfinanziert 2004 das Projekt mit zwei Satelliten-Sendern: ca. 10'000 CHF
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Haischutz-Zone Fiji Shark Reef |
Der Tauch-Tourismus ist in vielen Regionen zu einem wichtigen Schutzfaktor für Haie geworden. Studien auf den Bahamas, Südafrika, den Malediven und anderen Tauchregionen konnten zeigen, dass der Wert eines lebenden Haies via die Tourismusbranche ca. 10'000 Dollar pro Jahr beträgt. Dagegen stehen einmalig 500 Dollar, wenn ein Hai für seine Flossen und andere Produkte getötet wird.
Das Haischutz-Zonen Projekt der Stiftung auf Fiji unterstützt das Projekt von Mike Neumann, das die Verwandlung des "Shark Fin Reefs" vor der Südküste von Viti Levu in eine Haischutz-Zone, zum Ziel hat.

© Jürg Brunnschweiler / Hai-Stiftung
Abbildung: Das "Shark Fin Reef" vor Viti Levu, Fiji.
Das Fiji Shark Reef Projekt hat Modellcharakter. Das Dorf Wainiyabia, das die traditionellen Fischereirechte für das Riff besitzt, erhält von der lokalen Tauchbasis Beqa-Adventures 5 Fiji Dollar pro Taucher pro Tag. Im Gegenzug dazu, fischt das Dorf nicht mehr am Shark Fin Reef und kontrolliert das Fischereiverbot. In Zusammenarbeit mit der Regierung von Fiji konnte so ein Naturschutzgebiet für Haie und andere Meeresbewohner geschaffen werden. Das Projekt basiert auf einer "Win-Win" Situation zwischen Naturschutz, Tauchtourismus, den Interessen von lokalen Fischern und der Regierung. Bereits jetzt haben andere Dörfer auf Fiji ihr Interesse an der Beteiligung an ähnlichen Projekten bekundet.

© Jürg Brunnschweiler / Hai-Stiftung
Abbildung: Das Naturschutzgebiet "Shark Fin Reef" wird mit Bojen markiert.
Die Oberaufsicht über das Projekt wird dem "Fiji Shark-Reef Marine Reserve Committee" übertragen, dem neben Regierungsvertretern, Vertretern der verschiedenen Interessensgruppen auch die Hai-Stiftung angehören wird.
Zu erwähnen ist, dass das Handfüttern von Haien, wie es Bequa-Adventures betreibt, nicht die Zustimmung der Hai-Stiftung hat. Auf der anderen Seite muss auch das Argument berücksichtigt werden: "lieber ein gefütterter - als ein toter Hai".
© Jürg Brunnschweiler / Hai-Stiftung
Abbildung:Die "Reef Warden" wird für ihre Aufgabe bereit gemacht.
Die Stiftung finanziert in einem ersten Schritt das 10 m Motorboot "Reef Warden" für CHF 23'000, mit dem ausgebildete Wildhüter das Naturschutzgebiet kontrollieren sollen.
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